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Mit Wasserstoff Richtung Zielgerade

Wasserstoffangetriebener Prototyp hautnah (Foto: Alessandro Bongiorno)
Wasserstoffangetriebener Prototyp hautnah (Foto: Alessandro Bongiorno)

[20|03|2018]

Hydro2Motion präsentiert neuen Fahrzeug-Prototypen

 

Wie sieht das optimale Fahrzeug mit Wasserstoff-Antrieb aus? Daran tüftelt seit nun neun Jahren das Hydro2Motion-Team (H2M). 40 Studierende aus fünf Fakultäten – von der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik bis zur Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen – zeigten den verbesserten Prototypen für dieses Jahr. Unter der Leitung von Prof. Dr. Klemens Rother aus der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik konstruiert das Team nicht nur den Wagen, sondern wird seine Leistung, wie schon in den Vorjahren auch, selbst erproben: beim Shell Eco-Marathon Europe .

 

Noch weniger Luftwiderstand und bessere Energienutzung

Hochgerechnet steckte das Hochschulteam ein Jahr lang rund 10.000 Arbeitsstunden in die Optimierung ihres Fahrzeugs. Für die kommende Saison wurde zum einen ein Radkasten mit Radabdeckung entwickelt, der Luft-Verwirbelungen und damit verbundenen Energieverlust verhindern soll. Zum anderen wurde die Lenkung so justiert, dass gerade in einer Kurve keine Energie mehr auf der Strecke bleibt. Außerdem wurde das Zusammenspiel zwischen der Brennstoffzelle und dem sogenannten Antriebsstrang, der aus Motor, Superkondensatoren und Motorcontroller besteht, neu angepasst und optimiert.

 

Dabei schulen die Studierenden nicht nur ihre Fachkompetenz, sondern auch ihre Soft-Skills: „Das Team beschäftigt sich auch mit Themen wie Kultur, Teamfähigkeit, und Unternehmensgestaltung – letzten Endes ist es ja ein kleines Unternehmen, was hier auf die Beine gestellt wird. Und damit können die Teammitglieder eben auch beweisen, dass sie hinterher für die Praxis als IngenieurInnen in hervorragender Weise geeignet sind“, sagt Prof. Dr. Andreas Gubner, Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik, der das Team mitbetreut.

 

Treffen der ökologischen Superlative

Der Shell Eco-Marathon, an dem das Team teilnimmt, ist kein gewöhnliches Wettrennen. Statt um Geschwindigkeit geht es um Effizienz: Sieger ist, wer mit einem Kubikmeter Wasserstoff eine möglichst lange Strecke bewältigt. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde ist es sehr zeitaufwändig, das volle Potenzial der Wasserstoffzelle in Fahrt umzusetzen. Aus diesem Grund werden in einem Zeitraum von 40 Minuten die zurückgelegte Strecke und der Wasserstoffverbrauch gemessen und das Ergebnis entsprechend hochgerechnet.

 

Anfang Juli treffen sich die rund 180 Teilnehmer aus 25 Ländern in London. Die Hochschule München wird dieses Mal wieder in der Kategorie „Prototyp – Wasserstoff“ vertreten sein. Als Generalprobe dafür nutzt das H2M-Team die EducEco Challenge in Valenciennes.

 

Eine Fahrstrategie für die neue Strecke

Nach dem Abschließen der Optimierungsphase wird der Wagen jetzt an die Renningenieurinnen und -ingenieure im H2M-Team übergeben. Jene entwickeln eine Fahrstrategie, schulen die FahrerInnen und passen alles an die Gegebenheiten der neuen Strecke an. Für die Testfahrten stellt die Universität der Bundeswehr München ihre Teststrecke in Neubiberg zur Verfügung. Zwei Studentinnen steigen abwechselnd für das Team in das Fahrzeug: Trang Tran, 26, Studentin der Elektrotechnik und Sena Dumlu, 21, Studentin der Fahrzeugtechnik. Beide erfüllen die Anforderung von möglichst kleinen und leichten FahrerInnen.

 

Um beim H2M-Team mitzumachen, ist technisches Vorwissen nicht unbedingt Voraussetzung: „Am Ende des Tages ist nicht Vorerfahrung wichtig, sondern ob jemand Lust hat, etwas dazuzulernen“, sagt das Teammitglied Henryk Sinske, Masterstudent der Micro- und Nanotechnik.

 

Weitere Informationen: Wer dem H2M-Team beitreten, ein Praktikum oder eine Bachelorarbeit absolvieren möchte, findet Informationen auf der Seite von Hydro2Motion .

 

 

Leonie Hudelmaier