News

Fliegen im Studium

Michael Kringer studiert im zweiten Semester den Masterstudiengang Applied Research in Engineering Sciences (Foto: Mirja Fürst)
Michael Kringer studiert im zweiten Semester den Masterstudiengang Applied Research in Engineering Sciences (Foto: Mirja Fürst)

[05|10|2020]

Michael Kringer über sein Studium mit dem Schwerpunkt Raumfahrttechnik

 

Michael Kringer befindet sich im zweiten Semester seines Masterstudiengangs Applied Research in Engineering Sciences mit dem Schwerpunkt Raumfahrttechnik. Im Rahmen seines Forschungsmasters arbeitet Michael Kringer an der Erforschung additiver Fertigungsmethoden in der Raumfahrt.

 

Er gehört auch zum AIMIS-FYT Team, das am ESA-Programm „Fly your thesis“ teilnimmt. Vom 3. bis zum 5. November wird das Team im Rahmen dessen bei Parabelflügen ihr selbstentwickeltes 3D-Druckverfahren in der Schwerelosigkeit testen. In seiner Bachelorarbeit beschäftigte er sich bereits mit der Ansteuerung einer Lageregelung für einen CubeSat Kleinsatelliten, der bei Raketenstarts mitgeführt werden kann.

 

HM: Warum haben Sie sich für das Bachelorarbeitsthema Cubesat entschieden?

Michael Kringer: Es ist eine spannende und sehr wichtige Technologie für die Raumfahrt. Viele Forschungsprojekte laufen in die CubeSat-Richtung. Deswegen ist es interessant, schon im Studium mit dem Thema in Berührung zu kommen.

Die Lageregelung des Satelliten erfolgt mithilfe von Schwungradmassen in drei Raumachsen (Foto: Mirja Fürst)
Die Lageregelung des Satelliten erfolgt mithilfe von Schwungradmassen in drei Raumachsen (Foto: Mirja Fürst)

 

Was war Ihre Aufgabe bei dem Projekt?

Die Lageregelung des Satelliten und die damit einhergehende Stabilisierung erfolgt mithilfe von Schwungradmassen in drei Raumachsen. Lageregelungen sind für Satellitensysteme enorm wichtig, weil sie sich sonst im Weltraum ohne Schwerkraft in alle Richtungen drehen würden. Wenn beispielsweise die Mission des Satelliten die Beobachtung der Erde ist, dann muss die Kamera und auch der Satellit immer in Richtung Erde ausgerichtet sein. Hierfür ist eine Stabilisierung und Ausrichtung des Satelliten notwendig.

 

 

Wofür kommen CubeSats beispielweise zum Einsatz?

Das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX möchte für das Satellitennetzwerk Starlink langfristig bis zu 30.000 CubeSats in den Weltraum schicken. Dadurch soll „Internet für alle“, auch in entlegenen Regionen, möglich werden. Aber auch für wissenschaftliche Experimente im Weltall sind Cubesats eine wichtige Plattform der Zukunft, da sie sich kostengünstig ins Weltall transportieren lassen.

 

Nachfolgende Studienarbeiten werden die Testplattform auf das CubeSat-Format verkleinern (Foto: Mirja Fürst)
Nachfolgende Studienarbeiten werden die Testplattform auf das CubeSat-Format verkleinern (Foto: Mirja Fürst)

Was haben Sie bis zum Abschluss Ihrer Bachelorarbeit erreicht? Was kommt noch?

Letzten Sommer, als ich meine Bachelorarbeit über das Thema gemacht habe, war der Stand, dass die Lageregelung bereits rudimentär funktionierte. Aber die Messwerte des Sensors - vermutlich durch Vibrationen – teilweise fehlerhalft waren. Meine Aufgabe war es, die Sensorik zu überarbeiten und einen passenden Motorcontroller zu entwickeln und herzustellen. Nachfolgende Arbeiten werden vermutlich die Regelung verbessern oder auch die momentane Testplattform auf das CubeSat-Format verkleinern.

 

Wem würden sie eine solche Art Studium empfehlen?

Wer sich für ein Maschinenbaustudium mit dem gewissen Etwas interessiert, für den ist Luft- und Raumfahrttechnik genau das Richtige.

 

Was war ein Highlight Ihres Studiums?

Wir durften im Rahmen eines Praktikums den Lufthansa-Flugsimulator für das Flugzeug Airbus A320 nutzen. Der Simulator, in dem normalerweise Verkehrspiloten geschult werden, vermittelt ein realistisches Fluggefühl. Unser damaliger Professor, Prof. Dr. Alexander Knoll, ist selbst Verkehrspilot gewesen und konnte uns währenddessen Details im Flugzeug erklären. In relativ kurzer Zeit haben wir gelernt, den A320 unter Anleitung zu fliegen und zu landen. Solche spannenden Einblicke erhalten, denke ich, wenige während ihres Studiums.

 

 

Mirja Fürst