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ÖKOPROFIT: So geht wirksames Abfallmanagement
Studierende der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Flugzeugtechnik erarbeiten Maßnahmenpaket zur Müllvermeidung im R-Bau.
26/01/2026
Wie lässt sich Abfall im Hochschulalltag reduzieren, besser trennen und langfristig vermeiden? Mit dieser Fragestellung hat sich eine studentische Projektgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Klein und Prof. Dr. Diane Henze im Rahmen des Umweltprogramms ÖKOPROFIT beschäftigt. Auf der Projektvernissage der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik präsentierten die Studierenden erste Auswertungen und Lösungsansätze zum Themenschwerpunkt Abfallmanagement.
Der Ist-Zustand
Ausgangspunkt der Projektarbeit war die Erkenntnis, dass an der Hochschule München jährlich nahezu 100.000 Euro an abfallbedingten Kosten anfallen.
Die Analyse zeigte deutlich, dass das tägliche Abfallaufkommen im R-Bau hoch ist – nicht zuletzt deshalb, weil es sich um einen stark frequentierten Hochschulstandort handelt. Gleichzeitig erfolgt vor Ort bislang kaum eine systematische Mülltrennung. Abfälle werden überwiegend unsortiert entsorgt. Die eigentliche Trennung findet erst extern durch Entsorgungsdienstleister statt.
Elektroaltgeräte wie PCs oder Monitore werden separat abgeholt, auch ein Biomüllsystem ist derzeit nicht vorhanden. Die Folge sind ein erhöhter Sortieraufwand, vermeidbare Kosten sowie ungenutzte Recycling- und Wiederverwendungspotenziale.
Zielsetzung: Ressourcen sparen Abfälle reduzieren, Prozesse
Auf Basis dieser Analyse definierten die Studierenden um Alina Kallinger konkrete Ziele, die sowohl ökologische als auch organisatorische Aspekte berücksichtigen:
• Verbesserung der Abfalltrennung an der Hochschule
• Reduktion von Fehlwürfen und Senkung der Entsorgungskosten
• Vereinfachung von Reinigungs- und Entsorgungsprozessen
• Längere Nutzung von Ressourcen statt frühzeitiger Entsorgung
• Förderung nachhaltigen Verhaltens im Hochschulalltag
• Nachhaltigkeit für Studierende sichtbar und erlebbar machen
Maßnahmen im Überblick
Um diese Ziele zu erreichen, entwickelte die Projektgruppe ein Maßnahmenpaket, das schrittweise umgesetzt werden soll.
Ein zentraler Baustein ist die Aufklärung durch Social-Media-Beiträge sowie durch gut sichtbare Infotafeln im Gebäude und an den Abfallbehältern. Klare Piktogramme und Beispiele aus dem Hochschulalltag sollen direkt am Ort der Entsorgung Orientierung bieten und Fehlwürfe nachhaltig reduzieren. Gleichzeitig wird das Thema Abfalltrennung stärker in den Fokus der Hochschulöffentlichkeit gerückt.
Darüber hinaus sollen testweise zentrale Abfallsammelstellen eingeführt werden. Statt vieler einzelner Mülleimer in Büros und Fluren sollen klar gekennzeichnete Sammelstellen an zentralen Punkten entstehen. Ziel ist es, Reinigungsprozesse zu entlasten, die Recyclingquote zu verbessern und langfristig Kosten zu senken.
Auch im Sanitärbereich setzen die Studierenden an: Endlospapierrollen auf den Toiletten sollen herkömmliche Papierhandtücher ersetzen. Dadurch lassen sich Papierverbrauch und Abfallmenge deutlich reduzieren, gleichzeitig werden Kosten und CO₂-Emissionen in Höhe von 20 Tonnen pro Jahr eingespart.
Ergänzt wird das Maßnahmenpaket durch Pizzakarton-Sammelstellen in Aufenthaltsbereichen. Saubere Kartons können so gezielt dem Recyclingkreislauf zugeführt werden – ein niedrigschwelliger Ansatz mit großer Wirkung, insbesondere in studentisch genutzten Räumen.
Betrachtet man die Maßnahmen in ihrer Gesamtheit, ergibt sich ein geschätztes Einsparpotenzial von rund 22.500 Euro pro Jahr. Hinzu kommen qualitative Effekte wie geringere Fehlwurfquoten, entlastete Reinigungsprozesse und verbesserte Recyclingquoten.
Über ÖKOPROFIT
ÖKOPROFIT ist ein Programm der Landeshauptstadt München, an dem sich die Hochschule München mit mehreren Fakultäten beteiligt. Das Programm unterstützt Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Hochschulen dabei, Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden.
Mitwirkende Fakultäten und Institutionen: