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Funktioniert Ziegelherstellung ohne Erdgas?

Bachelorand untersucht Ökobilanz alternativer Energiequellen
19/02/2025
Emissionen reduzieren, Klima schonen: Die Ziegelindustrie will bis 2050 klimaneutral produzieren – ein ehrgeiziges Ziel, das angesichts des hohen Energiebedarfs nach innovativen Lösungen verlangt.
Lukas Herweg kennt die Herausforderungen. Der Absolvent des Studiengangs Maschinenbau mit Schwerpunkt Energietechnik an der Hochschule München analysierte im Rahmen seiner Bachelorarbeit die Ziegelherstellung bei Hörl & Hartmann in Dachau.
Das mittelständische Familienunternehmen will unabhängig werden vom Erdgas – und Ziegel in Zukunft mittels alternativer Energiequellen herstellen. Die Bachelorarbeit von Lukas Herweg ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur nachhaltigen Produktion.
Synthesegas statt Erdgas
„Ökobilanz der Ziegelproduktion unter dem Einsatz von Synthesegas und regenerativer Energieerzeugung“ heißt der Titel von Herwegs Abschlussarbeit, die verschiedene Maßnahmen zur Defossilisierung des Prozesses hinsichtlich ihrer Klimawirkung vergleicht.
Darunter: die Substitution von Erdgas mit einem aus Biomasse erzeugten Synthesegas, einem Verfahren des bayerischen Start-ups BlueFLUX Energy AG. Außerdem: die Errichtung eines weiteren Windrades und einer Photovoltaik-Anlage. Auch die Sinnhaftigkeit eines Batteriespeichers wurde untersucht.
Schwankende Energiepreise, CO2-Besteuerung
„Diese Bachelorarbeit kann sich wirklich sehen lassen“, sagt die betreuende Professorin Nina Thiel. „Es wurden darin verschiedene Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Treibhausgaseffekt untersucht. Dies ist für energieintensive Industrieprozesse wie der Ziegelherstellungsprozess in der heutigen Zeit extrem wichtig zu bewerten.“
Durch schwankende Energiepreise und die zukünftige CO2-Besteuerung sei das Thema hoch relevant für das Unternehmen und den Ziegelherstellungsprozess, ist Nina Thiel überzeugt. Die angewandte Methodik entspreche dem internationalen Stand der Wissenschaft im Bereich der Ökobilanz. Daher sei angedacht, aus der Bachelorarbeit auch eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift zu kreieren.
Ein Thema höchster Relevanz
Besonders herausragend bei Herwegs Arbeit waren laut Thiel die Sensitivitätsanalysen sowie die lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Berechnungen, was für die Bewertung einer Ökobilanz essenziell wichtig sei.
Zur Präsentation der Bachelorarbeit und für ein persönliches Kennenlernen besuchte die Professorin Hörl & Hartmann – und war begeistert: „Lukas Herwegs Arbeit ist die erste Abschlussarbeit, die ich in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen betreuen durfte und das Thema ist von höchster Relevanz für energieintensive Industrieprozesse und deren Defossilisierung. Bei der Werksführung bekamen wir einen spannenden Einblick in die Dimensionen der Ziegelherstellung und die verschiedenen energieintensiven Prozesse wie Trocknung und Brennvorgang.“
Ein Dankeschön an alle Beteiligten für die gute Zusammenarbeit!
GA
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